Im Pflegepraxiszentrum Nürnberg des Clusters „Zukunft der Pflege“ wurde untersucht, ob Exoskelette den Pflegealltag körperlich entlasten können. Im Mittelpunkt stand dabei ein Erfahrungsbericht von Projektmanagerin Tanja Pollak, die die Erprobung im NürnbergStift begleitete.
Die ursprünglich für 2020 geplante Testphase fiel mitten in die Corona-Pandemie. Trotz großer Verzögerungen, digitaler Abstimmungen und schwieriger Rahmenbedingungen konnten passive Exoskelette schließlich im Pflegealltag getestet werden. Besonders deutlich wurde dabei: Die Offenheit gegenüber neuen Technologien ist in der Pflege vorhanden – entscheidend sind jedoch Tragekomfort, einfache Handhabung und eine individuelle Anpassung an Körperbau und Tätigkeit.
Pollak berichtet, dass Exoskelette derzeit meist nur einzelne Bewegungsabläufe unterstützen. Gerade im vielfältigen Pflegealltag stoßen viele Modelle deshalb noch an Grenzen. Einige Tätigkeiten würden erleichtert, in anderen Situationen seien die Systeme eher hinderlich. Zudem zeigte sich, wie wichtig eine enge Begleitung im Einführungsprozess ist, damit neue Technologien tatsächlich im Alltag genutzt werden.
Trotz kleiner Stichprobe und organisatorischer Hürden zieht das Projektteam ein positives Fazit: Exoskelette könnten künftig einen echten Mehrwert für die Pflege bieten – vorausgesetzt, die Technik entwickelt sich weiter und orientiert sich stärker an den realen Anforderungen der Praxis. Im NürnbergStift werden bereits weitere Tests vorbereitet, künftig möglicherweise auch mit aktiven Exoskeletten.



